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  • Sabine Fehrenbach

Die Macht der Gene? Auf der Suche nach der besten Zucht




Jeder möchte einen perfekten Hund . Mit Eigenschaften, die ihn für genau diese Arbeit befähigen, die der Mensch für ihn möchte. Logisch - auch die Optik, Fellfarbe, Größe, Gewicht ...alles sollte wunschgemäß geliefert werden - ein Designerhund - einer, der sich ohne Probleme ins Leben einfügt.

Schaut man durch die Zuchtseiten, so gibt es neben den offiziellen Verbänden, noch viele andere Rasseverbände, die sich aus verschiedenen Gründen "neu" gegründet haben. Ein genauer Blick welche Zuchtziele hier verfolg und kontrolliert werden, ist absolut von Nöten. Den Paragraph 11 müssen alle haben - das sagt rein null und gar nichts über die Qualität aus !


Es ist auch nicht der beste Deckrüde, der für die besten Nachkommen sorgt.

Der dafür sorgt, dass in der Ahnenreihe lauter erfolgreiche Führ- oder Therapiehunde zu finden sind…charakterfest, wesensfest, ...handfeste Verkaufsargumente?

Das ist nur die halbe Wahrheit. Gene machen mehr …


Wir finden sie in allen Körperzellen. Gene entscheiden, welche Stoffwechselvorgänge ablaufen, welche Hormone zirkulieren.

Sie entscheiden , wie der Stoffwechsel arbeitet und wie ein Hund zum Beispiel auf Stress reagiert. Es werden Gene aktiviert, in Nervenzellen, Zellen der Bauchspeicheldrüse, Stresshormone, wie Cortisol werden ausgeschüttet - und Gene werden auch abgeschaltet - je nachdem .

Bisher ist man davon ausgegangen, dass Gene Schicksal sind - unveränderliche Tatsachen, die man hinzunehmen hat.

Gezielte Selektion auf erwünschte Merkmale.

Da ist der perfekte Hund dabei...


Diese Denkweise kommt aus der klassischen Genetik, die Nachkommen erben von ihren Eltern die positiven Merkmale und geben sie ihrerseits selbstverständlich auch wieder in die nächste Generation weiter.


Es gibt aber Einflüsse, die weit vor der Geburt der Welpen stattfinden - während der Empfängnis ( Zwangsbegattungen) , während der Trächtigkeit der Hündin ( Unruhe, mehrere Würfe, viele andere Hunde, Konflikte, Stress ) .

die die epigenetischen Strukturen verändern.

Epigenetik ist ein Wissenschaftszweig der Genetik, der immer mehr Beachtung findet.


Unter dem Einfluss der Umwelt verändern sich epigenetische Strukturen, besser gesagt : das Ablesen verändert sich und das wiederum “vererbt” sich als Information, in den Zellen des betreffenden Welpen ( oder Menschen)

Wir sprechen vom Gedächtnis der Zelle - gespeicherte Informationen verändern molekular biologische Strukturen, wie zB Keimzellen.

Evolutionär wichtig, da ein Organismus sich an Gegebenheiten anpassen kann, ohne jemals in der Situation gewesen zu sein.

Stresshormone der trächtigen Hündin tragen die Information der Umwelt über die Nabelschnur zu den Welpen. Ihr Stresssystem wird in Zukunft sensibler reagieren. Schlechte Geburten, mangelnde Fürsorge in der Aufzuchtphase - Dinge, die in die Zellen übergehen - ob man das gut findet oder nicht.

Manche Dinge brauchen keine Vererbung im klassischen Sinn - Dinge die lebensnotwendig sind gehen als Erfahrungen direkt in die Zellen.

Aber nicht nur die Rolle der Zuchthündinnen spielt eine Rolle - auch die der Zuchtrüden - selbst dann, wenn das Sperma nur aus dem Reagenzglas kommt. Über bis zu 4 Generationen hinweg, so die Wissenschaft, werden traumatische Erlebnisse weiter gegeben.


Das heißt in der Praxis - selbst wenn beim Muttertier und ihren Welpen alles optimal läuft, kann es dennoch über die Samenzellen des Vaters zu gestressten Welpen kommen.

Umwelt und Lebensgewohnheiten beeinflussen unsere Keimzellen und damit das Verhalten der Nachkommenschaft !

Dabei geht es hier überhaupt nicht um Rassen, sondern in erster Linie darum, ob der Züchter diese Umstände beachtet und entsprechend handelt.


Ich denke, allein dieser kurze Exkurs in die Biologie zeigt, wie wichtig es ist, sich seinen Züchter ganz genau anzuschauen und ihn auf Herz und Nieren zu prüfen.

Aber auch unser Umgang sorgt für Veränderungen - unser Training verändert den Hund bis in die Zellen - traumatische Erlebnisse auf Trainingsebene, körperliche Übergriffe, sind fatal und hinterlassen ihrerseits Spuren - über Generationen hinweg !



https://www.newsletter-epigenetik.de/

https://www.peter-spork.de/73-0-Epigenetik-und-Gesundheit.html





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