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  • Sabine Fehrenbach

Grütze im Kopf... Nelly und die Pubertät

Meine Güte ...so ein Jahr geht ja rasend schnell vorbei. Eben noch einen süßen Welpen und quasi über Nacht ein Pubertier mit rosa Wolken im Kopf.

Pubertät auf allen Kanälen ... die erste Läufigkeit ist durch ...unser Hund wird erwachsen.


Ich habe den niedlichen Welpen noch vor Augen : er verfolgte uns wo immer wir hin sind, gut er zwickte ab und an ins Hosenbein – aber jetzt bellt er auf einmal alles an : die Nachbarn, den Briefträger, den Mülleimer ( und verfolgt werden wir immer noch - allein sein geht gar nicht - darüber gleich mehr …) Den Großteil des Tages hat man verschlafen und was war das doch noch niedlich, als er spielerisch den Schmetterling verfolgt hat - das mit Nachbars Katze hat ein wenig böses Blut gegeben aber er ist doch noch so klein und niedlich ;)


Rückruf? Scheibenkleister! Man steht einsam und verlassen auf der Wiese, da der Hund sich aus dem Staub gemacht hat. Ansprechbarkeit ? Alles andere ist spannender .

Andere Hunde? Der Zwerg fand alle toll, man hat mit jedem gespielt, hat beschwichtigt wie ein Weltmeister, war defensiv und unauffällig. Und nun das - gestern hat er sich zum ersten Mal gekloppt, geschnappt, geknurrt. „Das hat er ja noch nie getan...“


Aus heiterem Himmel wird nun alles gejagt, was bei 3 nicht auf den Bäumen ist…



Man hatte so viel mit dem Hund vor.. Champion, Therapiehund, Schulhund - und nun das - Chaos an allen Ecken, Signale, die keine sind - ein Hund im Ausnahmezustand. Konfrontation statt nettem Miteinander und entspannten Spaziergängen.


Kommt euch das bekannt vor? Dann herzlich Willkommen im Leben mit einem Hund in der Pubertät.


Tief verborgen, im Gehirn, in den Zellen, hat sich viel verändert. Nicht nur äußerlich hat sich unser Hund verändert, sondern auch in seinem Inneren laufen rasante Veränderungen auf diversen Ebenen ab.

Mit dem Zahnwechsel beginnt für unseren Hund die Zeit, die wir Pubertät nennen. Sie ist ein Teil der Jugendentwicklung, die bei jedem Hund unterschiedlich lang dauert. 5-30 Monate können das, je nach Rasse, sein!

Hat man einen spätreifende Rasse, sprechen wir von einem Zustand bis ins dritte! Lebensjahr.

Wer also glaubt mit einem Jahr ist alles vorbei und wird besser, muss sich warm anziehen.


Organismen versuchen sich ihrer Umwelt anzupassen - einer Umwelt, in der ihre Anlagen nicht wirklich gefragt sind, sondern eher zum Problem werden, welches "therapiert" werden muss. Jungen Hunden fehlen zudem in vielen Situationen die Strategien, sie zu bewältigen - es fehlt ihnen an Erfahrung.

Die Halter wachen oft unsanft aus einer rosaroten Blase auf, weil sie dachten dass

- ihr Hund kein Interesse an der Jagd zeigt und plötzlich minutenlang in den Wald verschwindet

- ihr Hund jeden Besucher freudig empfängt und nun das Knurren anfängt

- ihr Hund sich alles wegnehmen lässt und nun plötzlich Abwehrverhalten zeigt

- ihr Hund jeden Besucher in den Garten lässt und nun auf einmal beginnt sein Territorium zu verteidigen


Grundsätzlich normale Verhaltensweisen, die sich in guten Welpenkursen präventiv gut verändern lassen


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Wann spricht man denn von Pubertät? Gibt es tatsächlich einen Anfang und ein Ende? Die Verläufe sind fließend und nicht immer an bestimmten Zeitgrenzen festzumachen. Kleine Hunderassen sind oft schon mit 6 Monaten geschlechtsreif. Im Gefühl ihrer Menschen sind sie aber immer noch klein und viele Trainer nehmen die Hunde in ihrer Entwicklung nicht ernst.

Sie werden oft in Welpengruppen gepackt - mit nicht wirklich guten Ergebnissen auf beiden Seiten, deren Ansprüche man nicht gerecht werden kann.



Der Zeitpunkt des Zahnwechsels, das haben wir bereits besprochen, ist so eine äußerlich sichtbare Veränderung, die das Ende der Welpenzeit markiert. Diese Entwicklung zieht sich aber über längere Zeit hinweg, von daher ist es schwer zu sagen wann tatsächlich die Pubertät beginnt.

Zumindest das Ende der Pubertät können wir genau bestimmen : mit Beginn der Geschlechtsreife endet die Pubertät und die Adoleszenz beginnt.

Rüden heben ihr Bein, Hündinnen erleben ihre erste Läufigkeit - das Schlimmste scheint vorüber zu sein...


Und dennoch scheinen die Veränderungen immer größere Kreise zu ziehen : Verhaltensweisen aus der Welpenzeit beginnen gefühlt wieder von vorne


- Trennungsangst und Schwierigkeiten beim Alleinebleiben

- Unsicherheit

- Geräuschängste

- Probleme mit Artgenossen


Plötzlich steht das Thema Kastration im Raum...


Der niedliche Welpe ist Geschichte - der Organismus wird zum erwachsenen Tier umgebaut -mit Konsequenzen für alle Beteiligten.

Nun ist es mmens wichtig eine gute Begleitung zu finden, die bei den ganzen Veränderungen Hilfestellung gibt


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Manchmal ist es frustrierend zu sehen, dass der Hund, im Augenblick, keine Prüfung bestehen würde, sich doch nicht so gut für die ihm zugedachte Aufgabe eignet... Enttäuschung macht sich breit...

Anpassung an die bestehende Umwelt, ist eine echte Aufgabe und oft kollidieren Wünsche und Vorstellungen mit der Wirklichkeit.


Wir machen hier keine Ausnahme : Pubertät erfordert Fingerspitzengefühl und Nerven, wie breite Nudeln... Nelly ist momentan extrem anhänglich. Sie lässt mich im Alltag nicht aus den Augen - zu Hause - ;-) Draußen, im Wald, ändert sich das Bild : die Distanzen werden größer, die Ansprechbarkeit bröselt, der Rückruf, der so gut geklappt hat verhallt schon mal ungehört, die Aufregung steigt ...


Und genau hier setzen wir momentan mit dem Training an : wir verändern uns mit : Bedürfnisse und Belohnungen müssen angepasst werden, Trainingsfehler ( die über Monate gemacht wurden ...) kommen nun ans Licht .

Junghunde brauchen nicht mehr Strenge - sie brauchen mehr durchdachtes Training! Hunde sind nicht dazu da, um unsere Bedürfnisse zu erfüllen - sie wollen uns mit ihren Verhaltensweisen nicht ärgern.


Jetzt ist auch ein schlechter Zeitpunkt alles zu verändern, Neues auszuprobieren : zu hart/ zu weich/ zu viel Futter / zu wenig Futter .. neue Trainingsphilosophie, neues Hundebild ...



Stressoren, die die bestehende Situation noch verschlimmern können.


Die Pubertät stellt Mensch und Hund vor eine große Herausforderung...


Am Ende steht , mit unserer Unterstützung , ein erwachsener, souveräner Hund , der gelernt hat , dass er auch in schwierigen Situationen auf die Hilfe seines Menschen zählen kann - das Fundament für die Zukunft.


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