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  • Sabine Fehrenbach

Leckerchen sind Bestechung?


Bestechung – welch fieses Wort. Im Hinterkopf bilden sich Bilder , in der Art eines Quentin Tarantino Filmes…dunkle Mächte.

Warum stellt man Bindung und Beziehung sofort in Frage, sobald man einen Hund mit der Hilfe von Futter trainiert?  Respektiert der Hund den Menschen weniger, nur weil er als Gegenleistung etwas zu Fressen bekommt? Auf einem Spaziergang lächelte mich ein Hundehalter milde an, als ich mit meinem Gassihund, der Hundebegegnungen wenig schätzte, ins Gestrüpp, abseits des Weges, kletterte und meiner vierbeinigen Begleitung, nach einem ruhigen Blickkontakt  ein paar Bröckchen Futter verstreute.

“ Na ? Das klappt wohl nur mit Futter? “ kam es gönnerhaft von oben.  Ich lächelte freundlich zurück “ Nein …“

Im gleichen Moment brach der andere Hund aus und wurde mittels Leinenruck „korrigiert“ …“ meiner weiß, wer das Sagen hat “   meinte der Hundehalter “ ..auch ohne Leckerchengestopfe “  Ich murmelte was wie : “ ja das hab ich gesehen..“ und  ging meiner Wege, machte mir aber  so meine Gedanken.

Warum ist es anscheinend verwerflich einem Tier beizubringen, was man von ihm möchte und dabei Futter einzusetzen?  Was geht im Kopf der Leute vor, die denken, dass man einen Hund besticht, wenn man ihn für höfliches Verhalten belohnt ? Das er keinen Respekt hat? Sie nicht bedingungslos geliebt werden?

Man zum Futterautomaten degradiert wird und ohne Futter der Hund sofort das Weite sucht?  Beziehung und Bindung entsteht durch das Erleben von gemeinsamen, schönen Momenten. Durch gemeinsam bewältigte Aufgaben und ja, durchaus auch durch Belohnen – durch ein gemeinsam erreichtes Ziel, durch Freude am Erfolg.  Wie gesagt : es muss nicht immer Futter sein!

Das Schöne am Belohnen ist : man fühlt sich selber gut.  Sich auf Positives zu fokussieren, hebt die Stimmung,  macht glücklich – positive Emotionen fördern Lernvorgänge, machen fit fürs Leben.  Für mich persönlich ist das wesentlich angenehmer als immer zu lauern ob ich was zum korrigieren finde.

Das beginnt bei den meisten Hundehaltern, sobald der Welpe seine ersten Verfehlungen begeht und aus dem Paaradies verstoßen wird. Positive Verstärkung war gestern, jetzt wird es ernst.

Der niedliche Welpe wird zum Gegner, zu einem Wesen, dass bei jeder Gelegenheit in seine Grenzen zu verweisen ist, ansonsten wird man schon sehen, was man davon hat.

Irgendwie drängt sich einem fast der Eindruck auf, als müsse man sich dafür entschuldigen, wenn man mit seinem Tier freundlich ist bzw, damit fertig werden, dass das die Wurzel allen Übels ist.

Hunde lernen viel und gern mit Belohnung – das muss nicht immer Futter sein und dennoch :

mein Hund ist ratzfatz sauber geworden mit Futter, er hat einen nahezu perfekten Rückruf mit Futter gelernt, er gibt alles auf Signal her …das hat er ? Richtig! Mit Futter gelernt .  Ich beschütze ihn, ich führe ihn –  ich bin sicher er mag mich trotzdem


Nach wie vor fühlt es sich richtiger für mich an, als an der Leine zu rucken, irgend etwas hinterher zu werfen oder mit einem „deutlichen“ : Sapperlott Schluss jetzt.. der weiß genau, dass er das nicht soll etc. “ Verhalten zu korrigieren, unterbrechen oder was auch immer.

Aber vielleicht geht es Ihnen wie dem Hundehalter auf meinem Spaziergang – man muss es erfahren, wie gut es der Beziehung tut, zu erkennen, dass es nicht immer der Hund ist, der seine Lektion lernen muss.

Übrigens gibt es keine einzige Studie, die die These stützt, dass Hunde, die über Futter trainiert werden, eine schlechtere Bindung oder Beziehung zu ihren Menschen haben.

Nur so mal zum Überdenken …

Wollt ihr mehr über kreatives Belohnen erfahren stöbert gerne durch die Beiträge

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